Jahresbericht 2025:

Ein Meilenstein: Die Synode von Refbejuso beschliesst die Verbundenheit mit der Metalchurch 

Ende November 2025 hat die Synode der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn (Refbejuso) im Berner Rathaus mit überwältigendem Mehr von 137:1 die offizielle Verbundenheit der Metalchurch mit der Kantonalkirche beschlossen. Das Kirchenparlament hat damit erstmals Gebrauch gemacht von einem neuen Passus im Organisationsreglement der Gesamtkirchlichen Dienste. Damit wurde offizialisiert und anerkannt, was wir in all den Jahren bereits gelebt haben, nämlich, dass die Metalchurch Teil der reformierten Kirche ist. 

Der Weg bis zu dieser Anerkennung war ein langer, mitunter auch steiniger Weg. Er begann 2011 mit den ersten Gesprächen des Metalpfarrers mit dem kantonalkirchlichen Jugendbeauftragten. Thema waren seine Aktivitäten in der Szene neben der Teilzeit-Ortspfarrstelle sowie das neue Projekt ‚Bibel, Bier & Metal‘, das in den Sommerferien erprobt werden sollte. Damit wurde rückblickend der Grundstein für die Metalchurch als Gemeinde gelegt. ‚Bibel, Bier & Metal‘ gibt es bis heute und ist eine wichtige Säule der Metalchurch.

 

Auch wenn für die praktische Arbeit mit den Menschen in der Metalszene die konfessionelle Bindung kaum eine Rolle spielte, war immer klar, dass wir reformierte Kirche sind. Wir mussten in den verschiedenen Phasen der Entwicklung jedoch immer wieder neu durchbuchstabieren und lernen, was das nun bedeutet und wie wir das konkret leben.

 

Von allem Anfang an erhielten wir Unterstützung von Refbejuso – wenn auch anfangs noch sehr zögerlich. Was wir waren und taten war nicht vorgesehen im System. Wir mussten uns erst bewähren. Vertrauen musste erst nach und nach wachsen. Doch das tat es!

Und nun nach 14 langen Jahren sind wir aus Sicht der Kirche nicht länger „nur“ ein Projekt, sondern gehören fix dazu. Es ist gar ein kirchengeschichtlicher Meilenstein, jedenfalls fürs Bernbiet. Wir sind überglücklich! Die Metalchurch ist im kirchenjuristischen Jargon eine “Personalgemeinde”, also eine Kirchgemeinde, die sich nicht auf ein bestimmtes Territorium bezieht, sondern auf eine bestimmte Personengruppe – in unserem Fall für die Fans der harten Rock-Musik, den Metal. Und diese Personalgemeinde ist nun offiziell anerkannt. Zudem wurde die finanzielle Unterstützung durch das Kirchenparlament leicht erhöht und neu unbefristet bewilligt. Dafür sind wir sehr dankbar. 180‘000 CHF wurden gesprochen, rund 70‘000 CHF müssen wir durch Spenden und andere Arten von Einnahmen weiterhin selbst generieren.

Wir sind bereits bisher auf Ebene der Ortskirchgemeinden und der Pfarrschaft proaktiv auf einander zugegangen, und haben Wege gesucht und gefunden, wie wir uns gegenseitig unterstützen und bereichern können. Was sich nun ändert, ist, dass wir offiziell auf Augenhöhe mit den lokalen Kirchgemeinden agieren können und nicht mehr als Bittsteller willkürlich dem Goodwill ausgeliefert sind. Mit dieser offiziellen Anerkennung sind zwar nicht alle Fragen schon vom Tisch, doch all die verschiedenen theoretisch-rechtlichen Fragen und die Fragen aus der Praxis, was denn für eine Personalgemeinde genau gilt, können in den nächsten Jahren nun effektiv geklärt werden. Wir freuen uns da weiterhin erprobend und experimentierend mit unserer Kantonalkirche vorauswärtsgehen zu können, auch wenn es besondere Herausforderungen mit sich bringt, Versuchskaninchen zu sein. Diese formellen Klärungen auf Seiten der Kirche fallen zusammen mit der Ausarbeitung der Phase 3 der Innovationsförderung mit “Kirche in Bewegung”. Diese dritte Phase heisst „Integrationsphase“, wo es darum geht, wie Projekte, die sich über Jahre bewährt haben, fix Teil der kirchlichen offiziellen Struktur werden können.

 

Der klare Entscheid der Refbejuso-Synode ist auch ein grundsätzliches Signal: Ja, es braucht neue Wege! Kirche kann auch andere Formen und Strukturen haben, als der Staat einmal definiert hat. Kirche entsteht dort, wo sich Menschen von Gott rufen lassen und Jesus gemeinschaftlich nachfolgen. Aktuell geht es für die verfasste Kirche besonders darum zu lernen, dass wir nicht länger darauf warten oder darauf hinarbeiten, dass die Menschen zu uns kommen, sondern dass wir als Kirche zu den Menschen gehen. Und dort mit offenen Augen des Herzens wahrnehmen, was die Menschen brauchen und was Gott tun und schenken will.